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Entscheiden Sie sich für das älteste ganzheitliche Naturheilverfahren überhaupt. Es
ist in allen Kulturen bekannt. Die ältesten Fastenanweisungen kommen aus Indien und sind
mindesten 4000 Jahre alt. In allen Religionen gibt es Fastenregeln, die nicht nur auf
körperliche, sondern auch auf geistige Reinigung abzielen. Das Bedürfnis, sich
körperlich wie auch geistig-seelisch zu reinigen, besteht also seit Jahrtausenden. Das
bekannteste Beispiel stammt aus der Bibel: Jesus fastete 40 Tage in der Wüste.
Die Gründe für das medizinische Fasten liegen im krankheitsvorbeugenden und
krankheitsheilenden Geschehen. Das religiöse Fasten verfolgt ein höheres Ziel, primär,
den Menschen als geistiges Wesen in Kontakt mit Gott zu bringen.
Etymologisch läßt sich das Wort "Fasten" auf "fest"
zurückführen, eigentlich an den Fastengeboten festhalten.
Fasten bedeutet Leben ohne feste Nahrung. Der Kranke ob Mensch oder Tier
lehnt oft Nahrung ab und verlangt nur nach frischen Getränken. Kranke Lebewesen tun also
instinktiv da Richtige. Sie fasten, um schneller gesund zu werden. Fasten ist nicht
Hungern. Wer hungert, fastet nicht. Wer fastet, verzichtet für einige Zeit freiwillig auf
feste Nahrung. Hungergefühle sind außer in der Übergangszeit so gut wie
unbekannt.
Während des Fastens kann jede Aktivität (Radfahren, Schwimmen, Laufen usw.) die
bisher durchgeführt wurde, auch weiterhin stattfinden. Viele Menschen haben während des
Fastens mehr Schwung, da der Körper keine Verdauungsarbeit leisten muß.
Fasten ist lernbar. Fasten ist in erster Linie eine Frage der Motivation und der
Einhaltung der Fastenregeln. Als begleitende und unterstützende Maßnahme ist Fasten
besonders empfehlenswert bei allen Stoffwechselerkrankungen, z. B. Rheuma, Diabetes,
Allergien, als Verjüngungsmittel für Herz und Kreislauf, Darmerkrankungen,
Hautkrankheiten, Wechseljahrsbeschwerden usw.
E gibt nur wenige Gründe, die gegen eine Fastenkur sprechen, z. B. alle chronischen
konsumierenden Prozesse, fortgeschrittene Herzmuskelerkrankung, senile Demenz, frische
Geschwüre des Magens und Dünndarms, Anorexia nervosa, endogene Depression.
Die Vorbereitung zum Fasten beginnt mit einem Entlastungstag. An diesem Tag (es können
auch mehrere sein) dürfen bis zu 3 Pfund Rohkost (Obst/Gemüse) gegessen werden. Die
Umstellung vom Essen zum Fasten beginnt mit einer gründlichen Darmentleerung die dafür
sorgt, dass während des Essens keine Hungergefühle auftreten. Täglich müssen zwei bis
drei Liter Flüssigkeit getrunken werden, empfehlenswert sind frisches Wasser und
unarzneiliche Tees. Alkohol, Kaffee und Rauchen vereinbaren sich nicht mit einer
Fastenkur. Beim Fasten fällt der Verzicht meist auch überraschend leicht.
Es gibt diverse Möglichkeiten, die Ausscheidungs- und Entgiftungsarbeit des Körpers
zu unterstützen: z. B. Kneipp-Anwendungen, Leberwickel, Massagen, ansteigende Fußbäder,
Trockenbürsten usw.
Abfasten: Ein Drittel der Fastenzeit soll anschließend für den Kostaufbau verwendet
werden. Der ganze Fastenerfolg ist abhängig vom richtigen Abfasten. Frischkost ist die
ideale Nahrung nach dem Fasten. Zusammenfassend kann nochmals gesagt werden: Fasten in
klassischer, traditioneller Form bedeutet nicht Hungern, sondern freiwillige
Nahrungsenthaltung, unter Zufuhr von Wasser und nichtarzneilichen Tees. Dies setzt voraus,
daß es unter kundiger Anleitung geschieht oder der Betreffende sich selbst kundig gemacht
hat.
"Ich kann auf das Fasten ebenso wenig verzichten, wie auf meine Augen. Was diese
für die äußere Welt sind, ist das Fasten für die innere."
Mahatma Gandhi
Liane Pehlgrimm, 10777 Berlin |