Gerade bei den zivilisierten Völkern ist die Hochdruckkrankheit
weit verbreitet. Etwa 1/3 aller Menschen über 40 Jahre und ca. ¾ der Menschen über 70
Jahre haben erhöhten Blutdruck. Als Obergrenze wird eine Erhöhung des RR über 140/90
mm/hg angesehen.
Ein erhöhter Blutdruck ist meist Zufallsbefund bei Untersuchungen aus
anderen Anlässen. Der Bluthochdruck zählt unbehandelt zu den größten Risikofaktoren
überhaupt. Frühzeitige Entwicklung von Herzkranzgefäßverengungen,
Hirndurch-blutungsstörungen und Nierenschäden sind nur einige der gefürchteten
Spätschäden. Da der Beginn des Bluthochdruckes häufig für den Patienten ohne
Beschwerden verläuft, ist die regelmäßige Kontrolle des Blutdrucks ca. alle 3 4
Wochen beim Arzt, Heilpraktiker oder in der Apotheke von großer Wichtigkeit.
Als häufigste Ursachen des Bluthochdrucks gelten Arterienverkalkung,
hormonelle Störungen, Herzschwäche, Übergewicht durch falsche Ernährung sowie Streß.
Eine Therapie des Blut-hochdrucks ist unumgänglich, sollte so früh wie möglich beginnen
und nicht nur die Symptome bekämpfen, sondern die Ursachen angehen. Die Behandlung sollte
von einem erfahrenen Therapeuten begleitet werden, der die gesamten Lebensumstände des
Patienten ganzheitlich berücksichtigt. Bei der häufig gerade bei jüngeren Patienten
vorkommenden Form der neurogenen Hypertonie (Überlastungs- oder Streßhochdruck) sollten
Entspannungstechniken mit eingesetzt werden, natürlich unter Berücksichtigung Ihres
persönlichen Terminkalenders. Hierbei haben sich neben dem autogenen Training auch in
Deutschland seit kürzerer Zeit weitverbreitete Methoden wie Tai Chi Chuan, das sogenannte
Schattenboxen, wie Qui Gong, eine traditionelle chinesische Atem- und Meditationstechnik
bewährt. Zu empfehlen sind neben der klassischen Anwendung von Ausdauersportarten wie
Radfahren, Joggen und Schwimmen vor allem der Einsatz von nebenwirkungsfreien
Behandlungen. Hierzu zählen in der Heilpraktikerpraxis natürlich die
Akupunkturbehandlung, die Ernährungsberatung, der Einsatz von pflanzlichen Arzneimitteln
wie z. B. die Verordnung von Mistelpräparaten, die Anwendung von Kneipp-Wickeln sowie die
Behandlung mit homöopathischen Medikamenten.
Bei extrem hohen Werten des Blutdrucks wird mit bestem Erfolg der
Aderlaß angewandt. Hierbei wird dem Patienten eine Menge von etwa 250 bis 500 ml Blut
entnommen. Dies führt zu einer sofortigen Senkung der Blutdruckwerte sowie zu einer
Verdünnung des Blutes. Diese Therapie sollte allerdings nur von einem erfahrenen
Heilpraktiker durchgeführt werden.
Bei der täglichen Ernährung gilt es, besonders den übermäßigen
Gebrauch von Alkohol sowie von Kaffee und Schwarzem Tee einzuschränken. Man sollte diese
sogenannten Genußmittel auch wirklich nur genießen, d. h. ein Verzehr in geringen Mengen
ist erlaubt. Ebenfalls sollte der übermäßige Kochsalzverbrauch eingeschränkt werden.
Über eine wirksame Therapie mit Kneipp-Anwendungen, wie Gußbehandlungen, Wickeln oder
Packungen sollte man sich beim geschulten Heilpraktiker beraten lassen. Dies gilt
ebenfalls für die bewährte Eigenblutbehandlung, bei der kleine, aus der Vene entnommenen
Blutmengen, in den Muskel reinjiziert werden.
Für alle Hochdruckpatienten aber gilt: Frühzeitige Erkennung
sowie eine sämtliche Risikofaktoren einbeziehende Behandlung verbessert nicht nur die
Lebensqualität, sondern verlängert das Leben.
Christian Wilms,
1.Vizepräsident
des FDH |