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42. Heilpraktikerkongress in Baden-Baden 

am 18. und 19. April 2009 fand in Baden-Baden der 42. Heilpraktikerkongress des Fachverbandes Deutscher Heilpraktiker – Landesverband Baden-Württemberg statt. 

Unter dem Motto „Krankheitsrisiken – Gesundheitschancen“ hatten über 1.200 Heilpraktikerinnen, Heilpraktiker und Ärzte aus dem In- und Ausland eine interessante Tagung zur qualifizierten Fortbildung und zum kollegialen Erfahrungsaustausch. Durch den NATO-Gipfel verschoben, fand der Kongress in diesem Jahr im Kurhaus Baden-Baden statt, was dem Kongress ein besonderes architektonisches Ambiente gewährte. Der Kongress fand zum 40. mal in Baden-Baden statt und wie schon in den Jahren 1993 und 1994, während dem Umbaus des Kongresshauses im Kurhaus Baden-Baden. 

Am Samstag begrüßte der Landesvorsitzende Dietmar Falkenberg die anwesenden Teilnehmer, Referenten und Firmenvertreter sowie die Ehrengäste aus Politik und Verbandsfunktionäre. 

D. Falkenberg

Vom Fachverband Deutscher Heilpraktiker waren der Bundesvorstand und die Landesvorstände der Landesverbände Berlin-Brandenburg, Hessen und Rheinland vertreten. Als Ehrengäste wurden auch Christian U. Vogel, der Präsident der Naturärztevereinigung der Schweiz (NVS) sowie der Landesvorstand der UDH Baden-Württemberg begrüßt. 

FDH-Gruppe
1. Reihe von Links

Bärbel Mielich ( MdL B90/Grüne )
Theresia Grüning ( Vors. LV Hessen )
Peter A. Zizmann ( Präsident )
Heiderose Berroth ( MdL FDP/DVP )

2. Reihe von Links

Karl-Fritz König ( stellv. Vors. LV Hessen )
Christian Wilms ( Vizepräsident )
Horst Edelhoff ( stellv. Vors. LV BAWÜ )
Wolfgang Gerstner ( OB Baden-Baden )
Dietmar Falkenberg ( Vors. LV BAWÜ )

Durch die aktuellen Ereignisse wurde unter großer Betroffenheit aller Anwesenden erstmals bei einem Kongress des Landesverbandes eine Gedenkminute zu Ehren der ermordeten Familie des Kollegen Hansjürgen Häussler aus Eislingen eingelegt. Er war viele Jahre im Landesverband aktiv und hat auch einige Kongresse mit organisiert. Der Vorstand und die Mitglieder trauern um ihn und seine Familie. 

Herr Falkenberg erinnerte danach an die lange Liste der Referenten und die Bedeutung der Fortbildung für den Heilpraktikerberuf. Ein Dank ging auch an die befreundete Industrie, die in großer Zahl auf dem Kongress vertreten ist und die besonderen Umstände der Kongressverlegung mit getragen hat. 

Dietmar Falkenberg sprach das Kongressmotto an und verknüpfte es angesichts der dramatischen gesellschaftlichen und politischen Prozesse der letzten Zeit mit der Frage: „Wie gehen wir miteinander um ?“.

Die Gesundheit des Menschen ist eng mit Schlagwörtern wie Stress am Arbeitsplatz und in der Schule, Leistungsdruck, Umweltveränderungen, Sozialängsten und Arbeitslosigkeit verbunden. All diese Faktoren können uns Menschen krank machen und wir finden diese Krankheiten dann bei den Patienten in den Praxen.

Unter dem Pseudonym des Verbraucherschutzes werde der Verbrauch geschützt nicht der Verbraucher und in der paradoxen Fortführung dieser Vorgehensweise werden in der Gesundheits- und Arzneipolitik die kleinen und mittelständischen Hersteller so drangsaliert und mit Auflagen überhäuft, dass uns wertvolle Arzneimittel der Natur verloren gehen. Gesellschaftspolitisch müssen sich alle fragen mit welcher Ethik, Kultur und Verantwortung sie sich einbringen. Dass die heutige Generation der gesellschaftlich und politisch verantwortlichen auf Kosten der folgenden Generationen lebt ist ein Skandal.

Frau Ursula Lazarus, Mitglied der CDU-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg, betonte in ihrem Grußwort die gesellschaftspolitische Bedeutung der Gesundheit und gerade des Mottos des 42. Heilpraktikerkongresses zum Thema „Krankheitsrisiken - Gesundheitschancen“ wobei sich besonders Heilpraktiker hier um die Gesundheit der Patienten bemühen. Sie überbrachte auch die Grüße der CDU-Landtagsfraktion zum 42. Heilpraktikerkongress. Besonders begrüßte Frau Lazarus die vom Arbeitsamt zertifizierte Ausbildung zum Heilpraktiker, die die Heilpraktikerschule Baden-Baden seit Anfang des Jahres 2009 anbietet. Damit hat der Fachverband auch ein deutliches Zeichen im Rahmen einer qualifizierten Ausbildung gesetzt.

Frau Bärbl Mielich, die Gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion von Bündnis90/die Grünen im Landtag und zuständig für Alter und Gesundheit sprach ebenfalls ein Grußwort. Die Kongressthemen mit Alltagsstress, Umweltbelastung und Gesundheitsbelastungen ist aktuell besonders bedeutsam und die sprechende und zuhörende Medizin des Heilpraktikers ist hier wichtig. Die Grünen setzten sich für Therapievielfalt innerhalb des Gesundheitssystems ein und sehen im Heilpraktiker einen wichtigen Bestandteil. Die Grünen setzten sich aber für eine vergleichende Ebene der verschiedenen Akteure des Gesundheitswesens und eine entsprechende Qualitätskontrolle ein. Auch einheitliche Curricula der Aus- und Fortbildung wären hier wünschenswert.

Frau Heiderose Berroth von der Fraktion der FDP im Landtag überbrachte die Grüße der FDP-Fraktion. Die Gesellschaft braucht Erkenntnisse für die Ursachen der Erkrankung des Menschen und der Gesellschaft. Das Gesundheitswesen braucht dringend eine grundlegende Umgestaltung. Im Bemühen um die Qualität hat der Fachverband mit der Zertifizierung der Ausbildung ein Zeichen gesetzt. Bei der Diskussion um Qualitätssicherung darf in der Naturheilkunde nicht übersehen werden, dass die Verfahren der Naturheilkunde eigene und besondere Kriterien haben. Die naturwissenschaftlichen Qualitätskriterien sind oft nicht geeignet die Naturheilkunde zu beurteilen.  

Herr Wolfgang Gerstner, der Oberbürgermeister der Stadt Baden-Baden freute sich, dass der FDH Baden-Württemberg zum 42. Jahr den Heilpraktikerkongress begeht, davon zum 40. Mal in Baden-Baden. Der Oberbürgermeister betonte die Bedeutung von Gesundheit, von Kuren und Kultur in Baden-Baden. Der Oberbürgermeister dankt den Organisatoren, dass sie den Kraftakt auf sich genommen haben, den Kongress trotz der Widrigkeiten in Baden-Baden zu veranstalten. 

Peter A. Zizmann, der Präsident des Fachverbandes Deutscher Heilpraktiker überbrachte die Grüße des FDH-Bundesverbandes und der 16 Landesverbände des FDH. Herr Zizmann betonte die Bedeutung des Kongress als Fortbildungsmöglichkeit und als gesellschaftliches Ereignis. Der Präsident betonte, dass der Berufsstand eigentlich kleine Probleme hat, wobei einige Kolleginnen und Kollegen, ja sogar einige Verbandsvertreter ja förmlich nach Problemen suchen und diese dann herbei reden. Dadurch sind die Probleme oftmals hausgemacht. In der Politik und bei den Behörden hat der Heilpraktiker eine hohe Akzeptanz und Anerkennung. Bei keinem der politischen Gespräche haben Politiker Einschränkungen des Heilpraktikerberufes erwogen. Das was den Heilpraktiker in seiner Tätigkeit tatsächlich auch heute trifft ist die Rezession und damit verbunden die finanziell schlechteren Möglichkeiten der Patienten die Behandlung zu bezahlen. Da gleichzeitig aber die Zahl der kranken Menschen, besonders durch Zukunftsängste, zunimmt sind die Heilpraktiker gefordert, die Menschen zu unterstützen und die Bezahlung durch vernünftige Honorare mit Augenmaß zu ermöglichen. Das Praxismotte jedes Heilpraktikers sei ja schließlich : „Der Patient steht im Mittelpunkt, ihm dient unser ganzes Schaffen“. Zum Abschluss dankte der Präsident den Organisatoren, im besonderen Dietmar Falkenberg und Horst Edelhoff für Ihr Engagement um den Kongress und die Fortbildung im Berufstand. 

Zum Abschluss der Kongresseröffnung erinnerte Dietmar Falkenberg daran, dass die qualifizierte Weiterbildung der Heilpraktiker schon vor dem 2. Weltkrieg dokumentiert wurde, als es das Heilpraktikergesetz noch nicht einmal gab und dass jede Forderung nach Qualitätssicherung mit Augenmaß und gesundem Menschenverstand verbunden sein muss. Wenn Qualitätssicherungsmaßnahmen wirklich den Patienten zu Gute kommen werden sie von den Heilpraktikern gerne unterstützt.

Als ältester und größter Berufsverband für Heilpraktiker bietet der Fachverband Deutscher Heilpraktiker an seinen Verbandschulen den höchsten Standard an Berufsausbildung, Weiterbildung und fachlicher Qualifikation. Dies wird sowohl durch eine praxisorientierte, zwei- oder dreijährige Vollzeitausbildung der Heilpraktikeranwärter mit über 3000 Stunden, die in ganz Deutschland ihres gleichen sucht, gewährleistet, als auch durch weitergehende Schulungen, Seminare, Bezirksfachfortbildungen und Arbeitskreise, die der Fachverband als einziger Verband flächendeckend und bundesweit anbietet. 

50 Dozentinnen und Dozenten sorgten in über 60 Vorträgen und Seminaren für ein informatives und abwechslungsreiches Programm für die ca. 1.300 Teilnehmer mit Beiträgen zur Irisdiagnostik, Diätetik, Homöopathie, traditioneller Naturheilkunde, Psychologie und Psychotherapie, Akupunktur, Manuellen Therapie und Naturheilverfahren. 

Am Samstag fand auch wieder der beliebte Gesellschaftsabend mit Gala-Buffet und einem interessanten Unterhaltungsprogramm statt. Horst Edelhoff, der 2. Landesvorsitzende führte durch das Programm. Anlässlich des Gesellschaftsabends bot sich auch die Gelegenheit zur Ehrung von langjährigen Mitgliedern. 

Den Abschluss des Kongresses bildete ein Bio-Imbiss vor der Heimreise am Sonntagmittag. Gut gestärkt fuhren die Teilnehmer nach Hause um ab Montag das erlernte in den Praxen anzuwenden. Ein gelungener Heilpraktikerkongress, zu dem man den Organisatoren und dem Landesverband gratulieren kann und der Vorfreude auf den 43. Heilpraktikerkongress am 27. und 28. März 2010 erzeugt. 

Arne Krüger


 



 

 

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